Was ist Diabetes?
Die Zuckerkrankheit entsteht, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage ist, genügend Insulin zu produzieren, um den Blutzuckerspiegel auszugleichen.
Diabetes tritt in mehreren Formen auf: Die häufigsten sind der Typ-I-Diabetes, der meist schon in sehr jungen Jahren auftritt und bei dem die Bauchspeicheldrüse überhaupt kein Insulin produziert. Beim Typ-II-Diabetes produziert der Körper zwar Insulin, der Organismus verhält sich aber gegenüber diesem Insulin resistent. Insulin ist jedoch notwendig, um den Blutzuckerspiegel auszugleichen, sowie für die Verarbeitung der Glucose aus der Nahrung in Muskeln und Leber und zur Umwandlung von überschüssiger Glucose in Fett.
Typ-II-Diabetes ist eine eigentliche Zivilisationskrankheit, obwohl seine Ursachen bis heute nicht geklärt werden konnten. Hauptauslöser sind Übergewicht und Bewegungsarmut.
Lebensqualität trotz Diabetes
Diabetes ist bis heute nicht heilbar. Doch wie bei kaum einer anderen Krankheit können die Betroffenen selber viel zu ihrem Wohlbefinden beitragen. Eine frühzeitige Diagnose, eine entsprechende Ernährung, körperliche Bewegung, die richtigen Medikamente und Aufklärung im Umgang mit der Krankheit helfen, die Symptome zu bekämpfen und das Risiko von Spätfolgen zu verringern.
Wie erkennt man Diabetes?
Die beiden Hauptbeschwerden des unbehandelten Diabetes sind starker Harndrang und ein immenser Durst. Übersteigt der Blutzucker einen gewissen Höchstwert, beginnt die Niere mit der Ausscheidung von Zucker in den Harn. Damit dieser gelöst werden kann, wird dem Körper viel Wasser entzogen - grosser Durst entsteht. Weitere Merkmale des Insulinmangels sind eine unerklärliche Gewichtsabnahme bei gutem Appetit und grosse Müdigkeit verbunden mit einer Leistungsminderung.
Den Diabetes akzeptieren
Weltweit leiden über 50 Millionen Menschen unter Diabetes. Die Diagnose «zuckerkrank» fordert von den Betroffenen in der Regel eine Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten - vor allem eine gesunde Ernährung rückt in den Mittelpunkt. Diese lebenslange «Diät» sollte auf die Vorlieben, Lebensumstände und Bedürfnisse des Diabetikers zugeschnitten sein, damit sie auch eingehalten werden kann. Das Gefühl, die Ernährung sei anders oder weniger genußvoll als die von Menschen ohne Diabetes, sollte gar nicht erst aufkommen. Denn in Wahrheit entspricht Diabetes-Ernährung den Regeln einer modernen, ausgewogenen Kost und ist für jeden gesund.
Die drei tragenden Säulen der Diabetes-Behandlung:
1. Insulin oder Tabletten
2. diabetesgerechte Ernährung
3. körperliche Aktivität
Selbstkontrolle als wichtige Therapie-Information
Zu einer diabetesgerechten Lebenshaltung gehören auch die Selbstkontrollen des Urins und des Blutzuckers sowie das konsequente Eintragen der Messeresultate ins Kontrollheft. Dieses dient dem Arzt als Information für allfällig notwendige Therapieanpassungen. Ihr Arzt oder Ihre Diabetes-Beraterin klären Sie auf, wie Sie Blutzucker-Entgleisungen vermeiden und Komplikationen verhindern können.
Gewichtskontrolle - A und O einer erfolgreichen Behandlung
Fast alle Typ-II-Diabetiker sind übergewichtig. Eine vernünftige Ernährung und eine erfolgreiche Gewichtsabnahme sind die wichtigsten Behandlungsmassnahmen. Darüber hinaus können Medikamente wichtig werden. Erhöhte Blutfettwerte sowie erhöhte Blutzuckerwerte lassen sich jedoch oft durch eine konsequente Gewichtsabnahme und eine gesunde Ernährung normalisieren.
Gesund geniessen
Gesund, ausgewogen und vollwertig ist die Diabetiker-Kost: eine auf den individuellen Bedarf abgestimmte Menge an komplexen Kohlenhydraten, ausreichend viele Ballaststoffe und relativ wenig Eiweiss. Möglichst wenig Fett und nur solches mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Schliesslich ausreichend Vitamine und Mineralstoffe sowie wenig Salz. Einfache Kohlenhydrate wie Zucker sind zu meiden.
Süsse Gewohnheiten
Der Verzicht auf Süsses fällt den meisten Diabetikern schwer und ist auch keineswegs nötig. Denn Süssstoffe, die anstelle von Zucker verwendet werden, können vielen Lebensmitteln und Getränken die gewohnte Süsse verleihen, ohne ihren Energiegehalt zu erhöhen oder den Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Vorsicht: Kalorien!
Auf Gezuckertes verzichten ist dank den Süssstoffen also gar nicht so schwierig. Doch Vorsicht bei Zuckeraustauschstoffen wie Sorbit, Xylit, Isomalt und anderen, die vielfach in Bonbons oder Diätspeisen verwendet werden. Diese sind zwar «zuckerfrei», aber nicht frei von Kohlenhydraten. Sie müssen mit rund 2,4 Kalorien pro Gramm angerechnet werden. Ausserdem können Zuckeraustauschstoffe, manchmal schon in kleinen Mengen, Blähungen und Durchfall verursachen.
Bewegung und Sport
Körperliche Bewegung und sportliche Aktivitäten sind für Typ-II-Diabetiker ohne Insulinbehandlung ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Behandlung. Denn Muskelarbeit bringt den Kreislauf in Schwung, unterstützt die Gewichtsreduktion und wirkt sich äusserst positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Auch der insulinbehandelte Diabetiker profitiert von Sport und körperlicher Anstrengung, sein Insulinspiegel muss jedoch gut eingestellt und für die vermehrte Leistung vorbereitet sein. Besonders günstig wirken sich Ausdauertrainingsarten aus, bei denen der Puls während mindestens 20 Minuten deutlich über der Normalfrequenz gehalten wird.
So ernähren Sie sich gesund:
•Vorwiegend komplexe Kohlenhydrate wie Vollkorn-Getreideprodukte, Kartoffeln, Gemüse, Obst essen.
•Kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel auf mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen.
•Weniger Fett konsumieren - höchstens 30% der Gesamtkalorienmenge.
•Viel trinken, aber nur ungezuckerte Getränke wie Mineralwasser oder Light-Getränke. Kaffee oder Tee mit Süssstoff süssen. Bei Fruchtsäften Kalorien rechnen.
•Statt Zucker kalorienfreie Süssstoffe verwenden.
•Alkohol mit Mass geniessen - keine gezuckerten Apéritifs oder Liköre.
•Lassen Sie sich von einer Ernährungsberatung einen individuellen, auf Ihre Vorlieben und Bedürfnisse ausgerichteten Diätplan erstellen.
Selbsthilfe
Suchen Sie das Gespräch mit anderen Diabetikern. Sie verstehen Ihre Krankheit und können Ihnen viele praktische Tips und Empfehlungen zur Selbsthilfe geben.
Adressen regionaler Selbsthilfegruppen erhältlich bei:
Schweizerische Diabetes-Gesellschaft
Rütistrasse 3
5400 Baden
Telefon 056 200 17 90
Fax 056 200 17 95
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