In Zusammenarbeit mit dem Zahnmedizinischen Zentrum der Universität Zürich
Warum sind Süssstoffe zahnschonend?
Die verbreitetste Zivilisationskrankheit heisst Karies. Mangelnde
Zahnpflege und Fehlernährung verursachen grosse Zahnschäden, leider
schon bei Kindern und Jugendlichen.
Zucker und stärkehaltige Speisen sind eine Gefahr für das Zahnhartgewebe.
Um Karies und Paradontitis vorzubeugen, empfiehlt es sich, auf Süssstoffe
umzusteigen. Denn sie enthalten keine Kohlenhydrate und können deshalb
die Zähne nicht angreifen.
Eine regelmässige Zahnpflege und Zahnkontrolle ersetzen Süssstoffe
deshalb noch lange nicht.
Zähne brauchen ein «neutrales» Klima
Die mineralischen Substanzen des Zahnschmelzes sind bei einem neutralen
pH-Wert äusserst beständig. Wenn der pH-Wert unter «Säureeinfluss»
unter 5.5 abfällt, beginnt sich die ansonsten härteste Substanz
des menschlichen Körpers zu demineralisieren. Die gefürchtete Karies
ist eine örtliche Demineralisierung des Zahnschmelzes und tritt überall
dort auf, wo über längere Zeit hinweg die Bakterien im Zahnbelag
Säure produzieren.
Die eigentliche Gefahr für unsere Zähne geht also von den Säuren aus, die beim Vergären von Kohlenhydraten durch Plaque-Bakterien entstehen.
Plaque ist eine echte Plage
Der Zahnbelag - zahnmedizinisch Plaque genannt - ist ein dünner,
klebriger, farbloser Film, der auch saubere Zähne überzieht. Plaque
bildet sich aber vor allem an unzugänglichen Stellen wie in den Zahnzwischenräumen
oder am Zahnfleischrand. Wird dieser Belag nicht regelmässig und gründlich
durchs Zähneputzen entfernt, bildet sich Zahnstein, der mit der Zeit
verhärtet und unter das Zahnfleisch wächst. Es entstehen Zahnfleischtaschen,
in denen sich Bakterien ungehindert vermehren können: Das Zahnfleisch
entzündet sich und nebst Karies droht auch Parodontitis.
Saure Facts über Zucker
Die in der Plaque lebenden Bakterien ernähren sich von zerlegbaren
Kohlenhydraten - die mit Vorliebe in Zucker und Stärke vorkommen. Dabei
entstehen Säuren, die den pH-Wert senken und den Zahnschmelz angreifen.
Jedesmal, wenn solche Kohlenhydrate zugeführt werden, sinkt der pH-Wert
im Mund für etwa eine halbe Stunde unter den neutralen Wert, bevor er
durch den Speichel wieder neutralisiert wird. Die Menge der Kohlenhydrate
in den eingenommenen Nahrungsmitteln ist jedoch nicht allein ausschlaggebend
für den Zahnverfall; genauso entscheidend ist die Klebrigkeit der Speisen
und damit der Verbleib der Bakterien-Nährstoffquelle auf den Zähnen.
Vorbeugen ist besser als leiden
Eine vernünftige Ernährung trägt grundsätzlich
zur Gesundheit bei - auch zu gesunden Zähnen.
Nur wenn Zähne, Zahnzwischenräume und Mundhöhle regelmässig, richtig und gründlich gereinigt werden, können wir schmerzhaften und kostspieligen Zahn- und Zahnfleischerkrankungen wirksam vorbeugen.
Regelmässige Kontrollen und Zahnreinigungen durch Zahnarzt und Dentalhygienikerin ergänzen die Prophylaxe.
Mundhygiene - lebenswichtig für die Zähne
Eine einwandfreie Mundhygiene verhindert die übermässige Vermehrung
der Plaque-Bakterien und sorgt dafür, dass damit verbundene Zahnprobleme
gar nicht erst entstehen. Mindestens täglich, besser aber nach jeder
Hauptmahlzeit, sollten die Zähne gründlich gereinigt werden.
Ideal sind Zahnbürsten mit abgerundeten Borsten, die auch schwierig zugängliche
Stellen erreichen. Achten Sie auf in engen Bündeln stehende Kunststoffborsten.
Diese sollten nicht zu hart sein, damit das Zahnfleisch nicht verletzt wird,
und nicht zu weich, um die Putzwirkung nicht zu beeinträchtigen.
Zahnzwischenräume pflegen
Einmal täglich - am besten vor dem Zähneputzen - werden die Zahnzwischenräume mit Zahnseide gereinigt. Stehen die Zähne weiter auseinander, sind sogenannte Interdentalbürstchen hilfreich. Zur Massage des Zahnfleisches und zur Entfernung von gröberen Speiseresten sind auch medizinische Zahnstocher zu empfehlen.
Sonne, Vitamin D und Calcium für starke Zähne
Wer täglich an die frische Luft geht, hat bessere Zähne: Denn die UVB-Strahlen des Sonnenlichts bilden im Körper Vitamin D, und nur zusammen mit Vitamin D kann der Körper das für Kieferknochen und Zähne so wichtige Calcium optimal verwerten. Bei einer ausgewogenen Ernährung bekommt der Körper alles, was er braucht. In Zeiten erhöhten Bedarfs, wie in der Schwangerschaft, in der Stillzeit oder in den Wechseljahren, ist zusätzlich auf besonders calcium- und vitaminreiche Kost zu achten.
Fluorid, der Ritter der schimmernd weissen Rüstung
Fluorid hemmt Demineralisation, fördert Remineralisation und hilft dem Zahnhartgewebe, den Belastungen besser standzuhalten. Die meisten Menschen schützen ihre Zähne mit fluoridierter Zahnpasta und fluorisiertem Kochsalz. Amin- und Natriumfluoride sind dabei am wirksamsten.
Lieben Sie Süsses über alles?
Zucker schadet den Zähnen. Was aber, wenn Sie Süsses über alles lieben? Im Gegensatz zu «bitter», «salzig» und «sauer» schmeichelt «süss» unseren Geschmacksnerven und verschafft uns Wohlbehagen. Doch leider kann Zucker- und Stärkehaltiges den Zähnen schaden.
Vorsicht: versteckter Zucker!
Der Würfel Zucker, mit dem wir unser Getränk süssen, oder der Teelöffel Kristallzucker, den wir über das Früchtedessert streuen, ist uns bewusst und lässt sich individuell kontrollieren oder weglassen. Auch bei Softdrinks, Biscuits, Kuchen, Konfitüren oder Schokoriegeln sind wir uns im klaren über den Zuckergehalt.
Zucker befindet sich jedoch auch in Speisen, in denen wir es nicht vermuten würden, wie beispielsweise in Fertiggerichten, Gemüsekonserven, Suppen und Saucen. Lesen Sie aufmerksam die Inhaltsangaben - was hier unter Saccharose, Glucose, Dextrose, Fructose, Maltose erscheint, sind alles Zuckerarten und dienen den Plaque-Bakterien als willkommene Nahrungsquelle.
Süssstoffe wirken karieshemmend
Wissenschaftliche Forschungen in den letzten zwanzig Jahren haben gezeigt, dass Süssstoffe helfen können, die Kariesbildung zu verhindern. Bei regelmässiger Saccharosezufuhr wird die selektive Vermehrung kariogener Mikroorganismen gefördert. Da Süssstoffe von den Mundbakterien nicht zu Säuren vergoren werden, verursachen sie auch keine Karies.
Ersetzen Sie Zucker also wo immer möglich durch Süssstoff und trinken Sie Ihren Tee oder Kaffee nur mit Süssstoff gesüsst.
Für weitere Fragen zum Thema Zahngesundheit
wenden Sie sich direkt an uns.