Kulturgut Assugrin: Wie eine kleine Tablette die Schweiz eroberte

Wenn die Schweizerische Eidgenossenschaft am 1. August ihren Bundesfeiertag begeht, feiert die Nation ihr historisches und kulturelles Erbe. Neben majestätischen Alpen und der Uhrenindustrie sind es oft die kleinen Dinge des Alltags, die unser Leben begleiten. Wir bei Assugrin sind stolz darauf, einen kleinen Teil zu dieser Schweizer Identität beitragen zu dürfen. Die kleine Tablette im rot-weissen Spender ist für viele von euch ein treuer Begleiter, der zeigt, wie wir uns als Gesellschaft hin zu einem bewussteren Lebensstil entwickelt haben. Lasst uns gemeinsam einen Blick zurück werfen.
Von der wissenschaftlichen Zufallsentdeckung zur Weltmarke
Die Grundlage für Assugrin wurde bereits 1878 gelegt, als der Chemiker Constantin Fahlberg durch reinen Zufall den Süssstoff Saccharin entdeckte. Dieser bot eine enorme Süsskraft ohne physiologischen Brennwert und ohne Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Der entscheidende wirtschaftliche Impuls erfolgte jedoch in der Schweiz: Im Jahr 1904 schlossen sich mehrere Schweizer Süssstoffhersteller zur Hermes AG in Zürich zusammen.
Während des Ersten Weltkriegs führte ein drastischer Zuckermangel dazu, dass Süssstoffe zu einer strategisch essenziellen Ressource wurden. Im Jahr 1954, nach der Entdeckung des zuckerähnlichen Cyclamats, lancierte die Hermes AG schliesslich “Assugrin”, eine geschmacklich überlegene Mischung aus Saccharin und Cyclamat. Diese Innovation traf exakt den Nerv der Wirtschaftswunder-Ära, in der Konsumenten nach “Naschen ohne Reue” verlangten.
| Jahr | Historischer Meilenstein |
| 1878 | Zufällige Entdeckung des Süssstoffs Saccharin durch den Chemiker Constantin Fahlberg. |
| 1904 | Gründung der Hermes AG in Zürich als Schweizer Süssstoff-Zusammenschluss. |
| 1954 | Lancierung der revolutionären Marke Assugrin (Saccharin-Cyclamat-Mischung). |
| 2024 | Einführung des natürlichen Erythritol-Zuckerersatzes “Assugrin Zuckerersatz” |
Der rot-weisse Spender: Funktionales Schweizer Design
Das Assugrin-Erlebnis ist untrennbar mit seinem legendären Dosierspender (“Dispenser”) verbunden. Ein einfacher Klick gibt exakt eine Tablette frei, deren Süsskraft einem handelsüblichen Stück Würfelzucker von etwa 4 Gramm entspricht. Die rot-weisse Farbgebung evoziert bewusst die Ikonografie des Schweizerkreuzes und signalisiert höchste Qualität sowie absolute “Swissness”. Die kulturelle Relevanz dieses puristischen Designs ist so hoch, dass der Spender in der Swiss Design Collection des Museums für Gestaltung in Zürich für die Nachwelt ausgestellt ist.
Kreativ wertvoll sind und waren auch immer die klassischen Werbespots wie dieser hier:
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Weitere InformationenAssugrin im Schweizer Sprachgebrauch und der Gastronomie
Assugrin ist in der Schweiz zu einem sogenannten Deonym (Gattungsnamen) mutiert: Wer im Alltag nach “Süssstoff” fragt, bittet meist schlicht um ein “Assugrin”. Diese Markendominanz erstreckt sich tief in die Schweizer Gastronomie. Beim klassischen, figurbewussten Birchermüesli wird Assugrin oft genutzt, um die natürliche Säure der Früchte und des Quarks kalorienarm abzumildern.
Die faszinierendste Verbindung besteht jedoch mit dem archaischen Innerschweizer Heissgetränk, dem “Kafi Luz”. Für die perfekte Zubereitung greifen Gastronomen präferiert zu Assugrin, da sich die Tablette im kochend heissen Wasser sofort und restlos auflöst. Dadurch wird die vom originalen Rezept geforderte, absolute optische Transparenz des Getränks (der sogenannte “Zeitungstest”) kompromisslos gewahrt. Zudem balanciert Assugrin die alkoholische Schärfe des Obstbrandes harmonisch aus, ohne das Getränk in eine Zuckerbombe zu verwandeln.
Die Kraft der Innovation: Natur pur und eine neue Ära
Der über 70-jährige Erfolg der Marke basiert auf ihrer strategischen Flexibilität und Innovationskraft. So lancierte das Unternehmen unter anderem “SteviaSweet” auf Basis von natürlichen Steviol-Glykosiden. Pünktlich zum grossen Jubiläum im Jahr 2024 wurde zudem der “Assugrin Zuckerersatz” eingeführt. Dieses kristalline Produkt basiert auf durch Fermentation gewonnenem Erythritol, liefert 0 Kalorien, beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht und gleicht in Optik und Haptik gewöhnlichem Industriezucker.
Wir sind stolz darauf, ein festes Stück Schweizer Kulturgut zu sein. Vielen Dank, dass du uns schon so lange die Treue hältst – wir freuen uns schon riesig darauf, auch die nächsten 100 Jahre gemeinsam mit dir zu süssen und das Leben zu geniessen.
